Die Arktis ist in ihrer zentralen Bedeutung als geokulturelles Gebiet unseres Planeten nach wie vor verkannt. Einerseits herrscht die Illusion eines grenzenlosen Ortes vor, dessen Ressourcen für den globalen Energiebedarf verfügbar werden.
Die nördlichen Eisregionen unserer Erde bilden den Lebensraum für die mehr als 4000 Jahre alte Kultur der Inuit. Sie leben von der Jagd und haben sich an die extremen Umweltbedingungen angepasst. Der Klimawandel und das geopolitische Tauziehen um den Nordpol verändert ihren Lebensraum jedoch radikal und verschiebt nachhaltig ihr kulturelles Selbstverständnis und das gesellschaftliche Gefüge. Ausgehend vom DEEP NORTH der Inuitkultur diskutiert die transmediale.09 Konferenz die Grenzen industrieller Routinen, ökonomischer und politischer Handlungsräume. Making / Thinking: The Cultural Tomorrow wirft die Frage nach alternativen kulturellen Strategien und Handlungsebenen auf. Wie können wir unsere globale, klimakulturelle Zukunft definieren?
Ressourcen und traditionelle Energieträger sind limitiert, die Warnsignale der Klimaerwärmung werden immer eindringlicher. Wie steht es aber um den Umgang mit Werten und der Verantwortungsbereitschaft in unserer Gesellschaft?
Indem die Kreativindustrie wirtschaftlich immer mehr an Bedeutung gewinnt, wird auch die Bedeutung der Kunst für die Entwicklung einer dynamischen, innovativen und aufgeklärten digitalen Kultur stets deutlicher.
Der Klimawandel ist in seinen Ursachen und physikalischen Auswirkungen ein Gegenstand der Naturwissenschaften. In der Komplexität und Unüberschaubarkeit seiner Folgen aber ist er ein zentraler Gegenstand der Sozial- und Kulturwissenschaften. Im Klimawandel liegt nicht nur die Chance, überkommener Standards des Lebens und Handelns, sondern eben auch neue institutionelle und individuelle Formen von Kooperation und Kulturtechniken zur Bewältigung der weit reichenden Gefährdung zu entwickeln. Wo liegen die Chancen und Möglichkeiten, den zerstörerischen Dynamiken schöpferische Elemente entgegenzusetzen? Was bedeutet den Klimawandel als einen kulturellen Wandel zu begreifen? Welche neuen Möglichkeiten eröffnet ein kultureller, künstlerischer Ansatz?
In Kooperation mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen