Die Idee der Residency und des Drachma Projektes ist, sich mit der Bedeutung von visueller und non-verbaler Darstellung in wirtschaftlicher und sozialer Interaktion zu beschäftigen. Dies beinhaltet offensichtlich Fragen der Ästhetik und der Kunst. Gefühlsbedingte Beteiligung an der sozialen Ideologie, an Konsum und an Produktion sollen angesprochen und unterbrochen werden. Dabei wird nicht nur mit der Theorie experimentiert – es wird auch in der Praxis über einen umstrittenen Raum zwischen Bild und Wort verhandelt, zwischen Sprache und Kunst. Geldscheine geben ein hervorragendes Beispiel für solch eine „Inter-Mediation“. Georgios Papadopoulos und eine Reihe von Gastkünstlern werden den Prozess der Bildung von nationaler Identität vom Standpunkt der visuellen Darstellung in der Währung verfolgen und gleichzeitig in Frage stellen, wie wirtschaftlicher Wert und politische Macht in Währungen zur Sprache gebracht werden. Diese Darstellungen eröffnen Einblicke in die geldwirtschaftliche Maschinerie und ihre Betriebsideologie. Die Währung gibt der Analyse einen bestimmten Bezugsrahmen und schränkt somit die theoretische und künstlerische Spekulation durch die visuelle Syntax von Scheinen und Münzen ein. Papadopoulos und seine Gastkünstler wollen diese Einschränkungen kreativ und produktiv nutzen, um eine neue Bilddeutung für eine gegenwärtige Identität nach der Krise zu entwerfen. Das Residency-Programm ist eine Kooperation zwischen dem _vilém_flusser_archiv der Universität der Künste (UDK) und der transmediale, Festival für Kunst und digitale Kultur Berlin.