Unter dem Motto CONSPIRE... untersuchte die transmediale.08 dubiose Welten, zweideutige Erzählungen und undurchsichtige Meinungsbildungsprozesse, um die Mittel und Werkzeuge kreativ-konspirativer Strategien kritisch zu erkunden und sie für die Entwicklung neuer digitaler Ausdrucksformen nutzbar zu machen. Bedroht durch verschwörerische Machenschaften im spekulativen Moment des digitalen Zeitalters verschwimmen Fiktion und Wirklichkeit und so manches erscheint plötzlich verdächtig.
Marcel René Marburger studied Art History, German Literature and Philosophy at the University of Cologne with a PhD on theoretical art relevance in Vilém Flusser’s writings.
Seit 1973 ist Video ein integraler, nicht mehr wegzudenkender Bestandteil des Internationalen Forums des Jungen Films der Internationalen Filmfestspiele. 1988 wurde in der MedienOperative (sonst nur zweite Spielstätte der Videoauswahl) auch ein eigens zusammen gestelltes Programm gezeigt, als VideoFilmFest.
In diesem Jahr zum zweiten Mal realisiert, war das VideoFest zum größten ständigen europäischen Videofestival geworden. Video ist jung, war von Anfang an eine Reaktion auf die „schöne neue Welt“ der hochtechnisierten Massengesellschaft mit all ihren Computern, Kernkraftwerken, zerstörten Landschaften und vereinsamten Individuen. Deshalb kann Video nicht Film sein, bleibt sperrig, verspielt und angreifbar. Und bleibt vor der Tür der „hohen“ Kultur.
Das VideoFest ist innerhalb kurzer Zeit zu einem der bedeutendsten internationalen Videofestivals geworden. In diesem Jahr präsentierte das Programm Arbeiten zwischen Videokunst und –Dokumentationen; Anspruch war, videospezifische Umsetzungen dokumentarischer Produktionen herauszustellen.
1991 – Das VideoFest ist kantiger geworden als zuvor, mit mehr Arbeiten, die formal und inhaltlich Irritationen schaffen; mit mehr Dokumentationen, die sich um formsprachliche Innovation und aufregende Inhalte bemühen; mit auffällig vielen Videos, die sich künstlerischer Mittel bedienen, um sozialkritische und politische Themen anders als üblich zu reflektieren.
Auch 1992 war es der Anspruch der MedienOperative, mit dem VideoFest die Entwicklung der internationalen Videokultur zu spiegeln, den Reichtum all ihrer Genres zu repräsentieren – sei es bei Produktionen, bei Skulpturen oder bei grenzüberschreitenden Bereichen wie interaktiven Medien oder Computeranimation.