"Es ist also der Durchgangsort der empfangenen und zurückgegebenen Bewegungen, der Bindestrich zwischen den Dingen, welche auf mich wirken, und den Dingen, auf welche ich wirke [...]" (Henri Bergson) Manchmal treten Ereignisse ein, die die Lebensumstände in einer Epoche für immer verändern. Ereignisse wie der Fall der Mauer, die kubanische Raketenkrise oder 9/11 hatten gleichermassen reale wie symbolische Auswirkungen auf die Vorstellungskraft der westlichen Zivilisation. Deren soziale, geopolitische und kulturelle Folgen haben unsere Welt für immer verändert. Wie kommt es, dass diese Ereignisse trotz aller Strategien, Szenarien, Aufzeichnungs- und Auswertungssysteme so unvorhersehbar bleiben? Gibt es irgendeine Form ethischer oder moralischer Teleologie in diesem globalen, klimakulturellen Transformationsprozess? Wie könnte sich eine solche Verschiebung in der Psychologie der Wahrnehmung langfristig auswirken? Können wir schon sehen wie alles enden wird?
Sheila Jasanoffs Forschungsarbeiten beziehen sich auf die Funktion von Wissenschaft und Technologie in Rechtssprechung, Politik und öffentlichen Ordnung moderner Demokratien. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf den gesellschaftlichen Herausforderungen durch die Mechanismen der Globalisierung. Sie hat zahlreiche Artikel und Bücher zu Problemen wie Umweltschutzbestimmungen, Risikomanagement, Biotechnologie in den USA, Europa und Indien veröffentlicht. Sheila Jasanoff wird im Rahmen der Konferenz der transmediale.09 Making / Thinking: The Cultural Tomorrow wird über die Regeln der Globalisierung und die damit einhergehenden gesellschaftlichen und ökologischen Veränderungen von Demokratien sprechen.
Der durch die Polizei verschuldete Tod eines 15 jährigen Jungen führt zu Aufständen in Griechenland – Der tragische Unfall eines Bauarbeiters entzündet die explosive Stimmung in Delhi... Ist das die gegenwärtige politische Ordnung: tragische Unfälle als neuer Standard? "Wenn ein Cartoon aus einem Land in einem anderen Land für den Tod eines Menschen verantwortlich sein kann", so Atteqa Malik, "dann sollte auch die politische Praxis so organisiert warden, dass sie grenzüberschreitend funktioniert."
Können wir weiterhin aus einer institutionalisierten Position heraus nach Lösungen suchen, wenn die Institutionen selbst zum Teil des Problems geworden sind? Das ist die zentrale Fragstellung, der wir hier nachgehen. Claudia Kemfert wird erklären was es bedeuten könnte, vom Klimaschutz als einem Wirtschaftsfaktor der Zukunft zu sprechen. Lorenz Petersen schlägt vor, sich weniger an den Rohstoffen selbst orientiert als vielmehr das nachgelagerte Produktions- und Vertriebssystem ökologisch zu verändern.
In Kooperation mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen
Täglich werden die Charts des globalen Temperaturanstieg aktualisiert, erreichen uns Nachrichten über den Streit um die natuerlichen Ressourcen im Norden, erhöhtes Risiko fuer ökologische Mutationen, ...
Die Arktis ist in ihrer zentralen Bedeutung als geokulturelles Gebiet unseres Planeten nach wie vor verkannt. Einerseits herrscht die Illusion eines grenzenlosen Ortes vor, dessen Ressourcen für den globalen Energiebedarf verfügbar werden.
Die nördlichen Eisregionen unserer Erde bilden den Lebensraum für die mehr als 4000 Jahre alte Kultur der Inuit. Sie leben von der Jagd und haben sich an die extremen Umweltbedingungen angepasst. Der Klimawandel und das geopolitische Tauziehen um den Nordpol verändert ihren Lebensraum jedoch radikal und verschiebt nachhaltig ihr kulturelles Selbstverständnis und das gesellschaftliche Gefüge. Ausgehend vom DEEP NORTH der Inuitkultur diskutiert die transmediale.09 Konferenz die Grenzen industrieller Routinen, ökonomischer und politischer Handlungsräume. Making / Thinking: The Cultural Tomorrow wirft die Frage nach alternativen kulturellen Strategien und Handlungsebenen auf. Wie können wir unsere globale, klimakulturelle Zukunft definieren?